Montag, 7. Januar 2013

Endstufen, Einschaltströme und Lösungen.


Wie ich schon in einem Post ( siehe hier ) geschrieben habe bestand das Problem mit einem zu hohen Einschaltstrom. Durch die neue Arcam Endstufe die immerhin 945 Watt hat ist dieses Problem neu aufgetreten. Zwar bin ich dadurch mit meinem Music Hall a25.2 und den 2 Alumni Subwoofer nun bei extremen 1285 Watt Sinus. Diese Geräte brauchen aber eine Netzleistung von ca 2880 Watt. Und das ohne TV, Sat-Receiver, AV-Vorstufe und allen anderen Kleinigkeiten. Bezogen auf den Netzstrom sind wir da bei 12,76 A. Da könnte denken das bei einem 16 A Automat keine Probleme auftreten sollten. Weit gefehlt.
Das Problem nennt sich Einschaltstrom. Da jedes Gerät im Einschaltmoment nicht nur die eigentliche Betriebspannung braucht sondern auch Spulen und Kondensatoren befeuern muss, kann bei Transformatoren und Schaltnetzteilen durchaus der 10 fache Strom fließen der für die eigentliche Maximalleitung nötig ist.
Die führt das der 16A B Automat bei jeden 2. oder 3. mal auslöst und ich zum Automatenkasten gehen muss. wichtig zu erwähnen ist, das dies immer öfters passieren wird. Denn durch das häufige auslösen verändert sich die Kennlinie des Automaten durch Verschleiß nach unten und man wird immer häufiger zum Automatenkasten laufen müssen. Irgendwann wird er dann komplett den Geist aufgeben. Außerdem ist es für die angeschlossenen Verbraucher auch nicht gut.


Wieso aber nur manchmal und nicht immer?
Dies ist schlichtweg Glück oder Pech. Da unsere Netzspannung eine 50 Hz Wechselspannung ist kommt es schlichtweg darauf an zu welchen Zeitpunkt wir die Geräte einschalten. Bei 50 Hz und 0,02 sec sind wir dem Zufall ausgeliefert. Und da gerade Spulen mit Kern bei Wechselspannungen noch hohe Einschalströme brauchen wird es besonders bitter. Magnetfelder müssen gesättigt werden ( Remanenz ; siehe hier ) und Elko's  (siehe hier ) müssen geladen werden. Und das brauch Strom.

Lösungen
Eine Möglichkeit ist es die Verbraucher nacheinander hinzu zu schalten. Am einfachsten mittels Zeitrelais oder von Hand. Dies ist aber nur ein herum doktoren an Symptomen und günstig sind ordentliche Leistungszeitrelais auch nicht.

Eine andere ist die Verwendung von herkömmlichen Sicherung wie man sie früher an der Stelle von Automaten werwendete, bzw. wie später zu sehen, als Absicherung des Fehlerstromschutzschalters ( FI, siehe hier ).
Da diese wesentlich träger im Auslöseverhalten sind wie gängige Automaten. Der Nachteil ist oft eine Umständlicher Umbau im Schaltschrank.

Der C Automat
Der im Haushalt gängige Automat ist der B Automat. Er verträgt das 4 bis 6 fache des Nennstromes über einen Zeitraum von ca 3-4 msec. Das bedeutet bei einem 16 A Automat 64 - 96 A. Klingt erst mal nach viel. Benutzt man aber gerne ein kleines Schweißgerät, Kreissäge oder einen großen Trennschleifer zeigt er einem schnell seine Grenzen.

Der C Automat reagiert zwar schneller lässt aber Einhaltströmen bis 160 A  ( bei einem 16 A Automat ) zu.
Oberhalb dieser Kurve kann der Automat auch auslösen, allerdings nur bei Thermischer Überhitzung wenn der Automat über eine eine längere Zeit vor seiner Leistunggrenze betrieben wird.

Also meinen Vater angerufen. Seines Zeichens Elektromeister. Den hier sollte klar gesagt sein.  

Finger vom Schaltkasten, es sei denn Mann ist vom Fach.

Erster Schritt. FI aus schalten und Vorsicherungen heraus drehen.
Zweiter Schritt Leistungsschutzsicherungen ausschalten.
Dritter Schritt. Meinen Vater sagen hören: "Welcher kranke Elektriker hat das gemacht? War wohl eher keiner.".

Denn....
1.Alle Leitungen vor den eigentlichen Automaten sollten 10mm2 nicht unterschreiten. Dies wurde also geändert.
2. Automaten auf denen nur 230 V steht sind nicht zugelassen. Nur 230V/400V. Dies wurde ebenfalls geändert.

Zum Schluß wurde dann der eigentliche B Automat gegen den C Automat getauscht. Beide 16 A.




Nun endlich kann ich meine Anlage einschalten und mir den Gang zum Schaltkasten sparen.

Noch ne interessante Sache....Klangmodul ( siehe hier ). Der audiophile Automat der mit erhöhten Leitwerten den Klang verbessern soll. Ob es so ist? Keine Ahnung? Es gibt Leute die sind davon überzeugt.




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